HOPE Philosophie
Jeder, der im Feld von HIV und AIDS arbeitet, muss auf Dauer ein geschulter Berater und Trainer im multikulturellen Kontext Suedafrikas werden. Alle MitarbeiterInnen muessen in allen Aspekten eines gesunden Lebensstiles zu Hause sein, sei es der physische oder psychische Aspekt oder Fragen sozialer, finanzieller, erzieherischer oder spiritueller Natur.
HOPE Cape Town realisierte sehr schnell, dass Gemeinde bezogene Aufklaerung und Unterstuetzung am effektivsten ist, wenn dies in der jeweiligen Muttersprache passiert. Es ist Ziel von HOPE Cape Town jeweils lokale MitarbeiterInnen anzustellen und sie zu Experten in Fragen von HIV/AIDS und TB in der jeweiligen Township Klink zu machen.
Die HOPE GesundheitsarbeiterInnen
Die meisten der MitarbeiterInnen waren freiwillige und unbezahlte Helfer in den jeweiligen Tageskliniken, bevor sie von HOPE Cape Town angestellt wurden. Viele der HOPE GesundheitsarbeiterInnen haben ihre Schulbildung nicht abgeschlossen. Aber sie bringen eine Vielzahl von Erfahrungen und Verbindungen zu den jeweiligen Township Gemeinden mit. Durch HOPE Cape Town und das intensive Training werden sie zu unentbehrlichen Helfern in ihren jeweiligen Township Gemeinden und bekommen gleichzeitig die Moeglichkeit, damit auch ihren Unterhalt und den fuer ihre Familien zu verdienen.
Wie es ein HOPE Gesundheitsarbeiter formulierte: "Ich verdiene nun meinen Lebensunterhalt mit einer Arbeit, die ich liebe und die ich teilweise schon jahrelang ehrenamtlich gemacht habe."
Trainings Programm
HOPE Cape Town hat ein intensives und umfassendes akademisches in-house Trainingsprogramm, um jeden Mitarbeiter mit den notwendigen Faehigkeiten auszustatten, um den Kampf gegen diese vielschichtige Pandemie erfolgreich angehen zu koennen.
Akademisches Universitaetstraining
Zu Beginn der Laufbahn als HOPE GesundheitsarbeiterIn steht ein UNSIA Diplom in HIV "Care & Counselling (Universitaet von Suedafrika). Dies ist ein viermonatiges Kurs der weltbekannten Fernuniversitaet, welches in Studiengruppen begleitet wird. Eine Abschlusspruefung testet das Wissen ueber zahlreiche Aspekte von HIV: Uebertragung, Krankheitsentwicklung, Medikation, Verhaltensaenderungen, traditionelle Herausforderungen im Blick auf HIV und AIDS, Beratungsfaehigkeiten, emotionale Begleitung von HIV Positiven und vieles mehr.
In-service Training
Alle MitarbeiterInnen haben auf permanenter Basis alle zwei Wochen einen Studientag im Tygerberg Kinderkrankenhaus. Jede dieser Trainingseinheiten erlaubt eine intensive Beschaeftigung mit einem Teilaspekt von HIV und AIDS. Dieser Studientag dient natuerlich auch der Reflektion und dem Austausch sowie dem "De-briefing" der MitarbeiterInnen.
Praktisches Training
Das theoretische Training wird begleitet von praktischem Training im Hospital. Jeder HOPE Gesundheitsarbeiter geht durch eine Trainingsphase mit dem HOPE Doktor. Der Gesundheitsarbeiter assistiert bei der Konsultation, zaehlt Medikation und kalkuliert die "Compliance" (Einnahmetreue) des jeweiligen Patienten. Dieses direkte Training mit einem Experten ist vital fuer die Zukunft, wenn HOPE Gesundheitsarbeiter eigenstaendig in ihrer jeweiligen Klinik arbeiten.
Jeder Gesundheitsarbeiter assistiert auch in der Familienklinik fuer Infektionskrankheiten des Tygerberg Akademischen Lehrkrankenhauses. Diese Klinik behandelt ganze Familien und gibt den HOPE Gesundheitsarbeitern eine neue Einsicht in die Behandlung von Familien und die Komplexitaet von Behandlungen verschiedener Altersgruppen im Familienverband. Gleichzeitig lernen sie die Schwierigkeiten alltaeglichen Lebens und Ueberlebens von HIV positiven Familien kennen.
Compliance
"Compliance" und "Adherence", d.h. die Einnahmetreue sind kritisch fuer das Gelingen einer Therapie. Ein Versagen bedeutet in diesem Bereich Resistenzen und in den meisten Faellen auf Dauer den Tod des Patienten. Mutationen koennen natuerlich sich auch verbreiten und das Leben anderer Menschen in Gefahr bringen; und das auf der globalen Ebene.
Ein grosser Teil des Trainingprogrammes fokussiert auf die medizinischen und physikalischen Aspekte von HIV und AIDS sowie Behandlungsstrategien und Nebeneffekte.
Die Einnahmetreue ist einer der groessten Herausforderungen fuer Menschen in den Township Gemeinden. Es mangelt an Essen, aber auch an Geld, um ins Krankenhaus zu kommen, um die lebensnotwendigen Medikamente abzuholen oder aber den regelmaessig noetigen Bluttest vorzunehmen. Die Zunahme von Hunger bei erfolgreicher Therapie, verbunden mit dem Mangel an Essen, ist gleichermassen herausfordernd.
Karriere Entwicklung
Pflegeberufe sind hoch angesehen in den Township Gemeinden. Viele wuerden diesen Beruf gerne ergreifen, aber mangelnde Vorbildung, mangelndes Geld und mangelndes Selbstvertrauen verhindern dies.
HOPE GesundheitsarbeiterInnen sind bekannt und anerkannt fuer ihr Wissen und ihre Professionalitaet. Viele von ihnen haben ihr Talent und ihr Wissen im Bereich von Krankenpflege unter Beweis gestellt.
HOPE Cape Town ist eine Partnerschaft mit der Universitaet Stellenbosch (Medizinische Fakultaet) eingegangen, um u.a. die Moeglichkeiten einer offiziellen Akkreditierung des Trainingsprogrammes zu erforschen und die entsprechenden Antraege zu stellen. So koennte sich vielleicht auf Dauer der Beruf des Gesunheitsarbeiters zu einem eigenen Zugang zu den Pflegeberufen entwickeln.
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